Dzeko wieder in Wolfsburg
Keine Angst, unser Topstürmer Edin Dzeko kehrt nicht für immer zurück nach Wolfsburg. Gestern begab er sich auf einen kurzen Abstecher in die Stadt der Wölfe um seine alten Kollegen zu verabschieden und für die offizielle Internetseite des Vfl Wolfsburg ein letztes Interview zu geben und somit offiziell mit dem Kapitel Wolfsburg abzuschließen.
Edin, vor drei Wochen waren Sie noch mit den Wölfen in Marbella, inzwischen kämpfen Sie um die englische Meisterschaft. Wie haben Sie die ersten Wochen des neuen Jahres erlebt?
Edin Dzeko: Da war natürlich einiges los. Ich wusste lange nicht, ob es wirklich zum Wechsel kommt oder nicht. Und dann war ich ja auch noch ein paar Tage krank. Aber ich bin ganz ruhig geblieben und war nicht nervös. Ich habe mir einfach gesagt, wenn es passiert, dann passiert es. Und wenn nicht, dann bleibe ich hier. Das wäre für mich kein Problem gewesen. Dass es am Ende geklappt hat, ist für alle Beteiligten aber eine ganz gute Lösung, denke ich.
Haben Sie bei all der Hektik schon eine neue Bleibe gefunden?
Dzeko: Nein, dazu war noch gar keine Zeit. Ich wohne immer noch im Hotel und kenne mich auch in der Stadt noch nicht wirklich aus. Was ich gesehen habe, gefällt mir aber sehr gut. Und ich bin ja auch nicht zum ersten Mal hier, schließlich haben wir mit dem VfL mal bei United gespielt.
Für Manchester City standen Sie inzwischen zwei Mal 90 Minuten auf dem Platz. Wie zufrieden sind Sie bislang?
Dzeko: Die Bilanz ist ja eher durchwachsen, das erste Spiel haben wir gewonnen, das zweite verloren. Insofern kann ich noch nicht zufrieden sein. Aber ich bin erst zwei Wochen hier und versuche einfach, weiter hart zu arbeiten. Die nächsten Siege werden kommen und meine Tore sicherlich auch. Grundsätzlich fühle ich mich jedenfalls wohl. Das Einleben verlief ohne Probleme. Ich war sogar überrascht, wie locker mich die neuen Mitspieler aufgenommen haben.
Beim Antritt in Manchester haben Sie gesagt, England sei die beste Liga der Welt. Hat sich das bereits bestätigt?
Dzeko: Ja, auf jeden Fall. Das Tempo ist viel höher und die Liga insgesamt stärker, das kann ich nach diesen zwei Wochen nur unterstreichen. Was mir außerdem auffällt: Die Schiris lassen wesentlich mehr durchgehen, wodurch meines Erachtens das Spiel noch einmal an Qualität gewinnt.
Sie hatten kein Geheimnis daraus gemacht, dass Sie den VfL gern schon im letzten Sommer verlassen hätten. Nachdem das nicht geklappt hat: Wie ist das folgende halbe Jahr aus Ihrer Sicht verlaufen?
Dzeko: Ich habe immer gern beim VfL gespielt und versucht, mein Bestes für die Mannschaft zu geben. Sonst hätte ich auch keine zehn Tore mehr gemacht. Sicher hat im letzten halben Jahr nicht immer alles geklappt, aber das ist im Fußball ganz normal.
War es für Sie immer eine Option, statt nach der Saison bereits im Winter zu wechseln?
Dzeko: Eigentlich nicht, das war so gar nicht geplant. Ich war eher davon ausgegangen, dass ich es im Sommer probieren würde. Dann aber kam Manchester City und wollte mich unbedingt. Ich habe mich dann mit Dieter Hoeneß zusammengesetzt und gehofft, dass eine Einigung gefunden wird. Darüber bin ich sehr froh, Manchester City ist ein großer Verein mit großen Ambitionen. Ich glaube aber, auch in Wolfsburg ist man am Ende mit dem Transfer ganz zufrieden.
Wie fühlt es sich an, der teuerste Spieler der Bundesligageschichte zu sein?
Dzeko: Das macht mich schon ein wenig stolz. Aber ich muss mich dafür beim VfL bedanken, denn ohne Wolfsburg hätte ich das niemals geschafft. Sicherlich ist es auch für Wolfsburg eine Auszeichnung, den, wenn man so will, wertvollsten Spieler transferiert zu haben. Insofern freue ich mich auch für den Verein.
Kam trotzdem auch etwas Wehmut auf?
Dzeko: Auf jeden Fall, meine Zelte hier abzubrechen, hat mich sehr traurig gemacht. Nach dreieinhalb Jahren einfach zu gehen, das fällt mir nicht leicht. Wolfsburg ist mein zweites Zuhause, und ich werde immer wieder gern zu Besuch kommen. Den Werdegang der Mannschaft verfolge ich natürlich auch. Es freut mich sehr, dass der VfL jetzt so gut gestartet ist. Vom Bayern-Spiel habe ich leider nur die Tore mitbekommen, aber den Sieg in Mainz habe ich in voller Länge gesehen. Die Mannschaft spielt jetzt wesentlich besser und wird hoffentlich in den nächsten Wochen noch weiter punkten.
Als Ihren Nachfolger als Kapitän hat Steve McClaren Marcel Schäfer bestimmt. Was sagen Sie zu dieser Wahl?
Dzeko: Das freut mich riesig für Schäfi, er hat es sich wirklich verdient. Es ist schön, dass die Mannschaft unter ihm als Kapitän jetzt so gut spielt. Ich wünsche ihm und dem ganzen Team sehr viel Erfolg. Hoffentlich geht es so weiter!
Ihr schönster Augenblick war rückblickend sicher die Meisterschaft. Welche VfL-Momente bleiben sonst noch hängen?
Dzeko: Da ist sehr viel hängen geblieben. Klar, die Meisterschaft war schon herausragend. Aber überhaupt waren die gesamten dreieinhalb Jahre für mich unheimlich besonders. Es waren nicht nur erfolgreiche, sondern, ganz wichtig: glückliche Jahre für mich. Ich habe hier tolle Menschen kennengelernt und habe auch weiterhin zu vielen Mitspielern engen Kontakt. Vor allem möchte ich mich aber bei den Fans bedanken, dich mich in all der Zeit immer toll unterstützt haben. Allein schon deshalb bleibt Wolfsburg immer in meinem Herzen. – äußerte Dzeko gegenüber der offiziellen Vfl Wolfsburg Website
Quelle: vfl-wolfsburg.de



